Lehre der Freimaurerei

 

 

Freimaurerei ist eine Lebenseinstellung. Sie zu begreifen, ist mehr eine Frage der Gesinnung als des Wissens. Ihre Methode ist die Anwendung von Symbolen und Ritualen. Grundlage aller Lehrinhalte ist, die Bedeutung von Ritualen und Symbolen zu kennen.

 

Die ethischen Ziele werden bildhaft umschrieben: Arbeiten am rauen Stein, Bau am Tempel der Menschheit usw. Die rituellen Arbeiten dienen auch dazu, die freim. Lehre zu festigen, und zwar mit Hilfe von Symbolen, Lehrtafeln (Teppich) und Lehrszenen (Lichterteilung, „Reisen", Kettenbildung usw.).

 

Vor allem im gemeinsam erlebten Ritual wird der Lehrinhalt des Bundes vermittelt. Jedes Symbol ist ein Lehrbild, das in knapper Form Forderungen an den Freimaurer stellt. Vor allem durch die stets in gleicher Form wiederholten Ritualtexte prägen sich die Lehrinhalte besonders deutlich ein. Um die freimaurerischen Anschauungen den Mitgliedern näher zu bringen, werden außerdem Instruktionen oder Unterrichtslogen abgehalten, Kerzengespräche geführt, Vorträge (Zeichnungen) gehalten.

 

Für jeden Grad gibt es einen Katechismus: in Frage und Antwort wird dem Lehrling, Gesellen oder Meister das Verständnis des neu erworbenen Grades und seiner Symbolik nahe gebracht. Jede Großloge hat ihren eigenen Katechismus entwickelt bzw. vergleichbare Erläuterungen herausgegeben.

 

Was ist Freimaurerei?

 

Hierauf gibt es 6 Millionen Antworten, nämlich so viele, wie es Freimaurer auf der Erde gibt. Da der Freimaurerbund keine Dogmen kennt, kann jedes Mitglied seine eigene Interpretation äußern. Die Freimaurerei gleicht einem bunten Blumenstrauß: Jeder Betrachter sieht ihn anders, empfindet ihn anders. So wenig, wie der Blumenstrauß sich eindeutig definieren läßt, so wenig gibt es eine verbindliche Erklärung der Freimaurerei. Natürlich haben alle Freimaurer eine gemeinsame Lebensanschauung, so dass die Antworten auf die Frage sehr ähnlich ausfallen werden.

 

Freimaurerei ist ein                 Bruderbund

                                               Männerbund

                                               Ethischer Bund

                                               Symbolischer Werkbund

 

Freimaurerei ist kein/e            politische Bewegung

                                               Interessenverband

                                               Nebenkirche

                                               Geheimbund

 

Die Freimaurerei trägt dazu bei, dass jeder Bruder ein ausgeglichener Mensch und die Welt ein wenig menschlicher wird.

 

 

Ursprung der Freimaurerei

 

Während der organisatorische Ursprung (und viele Gebräuche) der Freimaurerei in den Dombauhütten des Mittelalters zu suchen ist, gehen zahlreiche ihrer geistigen Ideen auf die Aufklärung „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit, die das Unvermögen ist sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen“ (Kant). Andererseits gibt es ewige Weisheiten und Wahrheiten, die uns selbst von den ältesten Kulturen der Menschheit überliefert sind. Mysterienkulte (Delphi:„Erkenne dich selbst“), Judentum, Christentum, Gnosis, Mystik des Mittelalters, Kabbala, Rosenkreuzertum, Humanismus: Die Freimaurerei hat aus vielen Quellen geschöpft, wenn auch schlüssige Nachweise nicht möglich sind. Br. Wolfgang Scherpe hat die heutige Freimaurerei im Bild eines Stroms dargestellt, der sich aus vielen Quellen und Zuflüssen speist. Nachweisbare organisatorische Verbindungen zu Ritterorden (Templer) oder noch weiter zurückreichende Gruppierungen oder Personen gehören in den Bereich der Legende. Ebenso ist die Rückführung der Freimaurerei auf Adam, Noah, Salomo usw., die schon Anderson versuchte, vom gleichen Geist getragen wie Lessings Ausspruch: „Freimaurerei war immer“. Es ist einfach ein Hinweis auf die sehr alte Tradition.

 

Um den Ursprung der Freimaurerei haben sich schon viele kluge Köpfe gestritten und ihre Geschichtstheorien veröffentlicht. Wichtig ist jedoch nicht die Rückführung auf einen möglichst weit zurückliegenden Beginn, sondern die praktische Umsetzung der humanen und toleranten Gedanken in der Gegenwart.